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Trauer um Prof. Dr. Dieter Mollenhauer

Die Johann-Heinrich-Cassebeer-Gesellschaft (JHCG) trauert um Prof. Dr. Dieter Mollenhauer, den Gründer und langjährigen Vorsitzenden der Gesellschaft.

Wie kein Anderer vor ihm erkannte er die Wichtigkeit regional-biologischer Forschung. Dies führte zur Gründung des Instituts für Mittelgebirgsforschung in der Lochmühle in Bieber -der weltweit ersten Einrichtung dieser Art. Um die wissenschaftlichen Ergebnisse vermitteln zu können und damit für die Bewohner der Kulturlandschaft Spessart “begreifbar” zu machen, gründete Dieter Mollenhauer die JHCG. Er war stets Antreiber, Mentor und Kopf des Vereins. Seine begeisternde Art des Berichtens in zahllosen Vorträgen, Exkursionen und Artikeln war unvergleichlich. Große Freude bereiteten ihm bis zuletzt Diskussionen in geselliger Runde zu nahezu allen gesellschaftspolitischen Themen. Dabei kam sein enormes Allgemeinwissen zum Ausdruck.

Immer war es ihm wichtig, dass Wissenschaft den Menschen nützlich ist. Er begleitete mit großem persönlichem Engagement zahlreiche angehende Forscher in ihrer beruflichen Entwicklung.

Auch wenn die Johann-Heinrich-Cassebeer-Gesellschaft vor der Auflösung steht, so wird das Lebenswerk Dieter Mollenhauers nicht in Vergessenheit geraten. In Zusammenarbeit mit dem Geschichtsverein Biebergemünd e.V. wird sichergestellt sein, dass die Erinnerungen an den großartigen Menschen und Wissenschaftler Prof. Dr. Dieter Mollenhauer auch in Zukunft bestehen bleiben.

Bieber, im Mai 2013
Frank Mittenzwei


Auflösung der JHCG

Die JHCG hatte vier Ehrenmitglieder, Adolf Seibig, das Ehepaar Zeller und Dr. h. c. Gerhard Kampfmann, bis zum Übergang in den Ruhestand 1988 Forstamtsleiter in Schöllkrippen. Er ist am 15. Mai 2012 gestorben.

Wer seine Vorträge hörte und/oder mit ihm in der Landschaft unterwegs war, erfuhr, wie die Menschen mit dem Spessart-Wald (oft auch gegen den Spessart-Wald) gelebt haben und leben und wie die regionale Forschung das herausgefunden hat. Er hatte die Gabe, seine Wanderfreunde das rechte Sehen zu lehren, so dass sie verstanden, wie die Spuren der Vergangenheit (Fernwege, Glashütten, Bergwerksbetrieb) entdeckt und gedeutet wurden. Er nutzte souverän die großartigen Möglichkeiten, welche der Försterberuf einem bietet. Dieses Fach ist ein herausragender Beispiel für Transdisziplinarität.

Gerhard Kampfmann arbeitete so, dass die Profi-Wissenschaft mit seinen Befunden weitermachen konnte; ein Glücksfall für diese so dringend nötige und nicht immer glückende Kooperation. Das ist anerkannt worden, indem die Deutsche Forschungsgemeinschaft seine Glashütten-Untersuchungen aufgriff und zu einem regelrechten Programm ausbaute. Das wurde vor allem von seiner alten akademischen Ausbildungsstätte, der Ludwig-Maximilians-Universität in München, gewürdigt, deren Forstfakultät ihm 1987 den seltenen Ehrendoktorgrad in seinem Fachgebiet verlieh.

Kurz bevor der Geehrte in diesem Jahr verstorben ist, hat ihm der frühere Leiter des Spessart-Museums in Lohr, Werner Loibl, in seiner monumentalen “Geschichte der kurmainzischen Glasmanufaktur Lohr am Main” seinen Dank abgestattet. Er hatte, als er aus Oberbayern in den Spessart gekommen war, in diesem besonderen Forstamtsleiter einen großartigen Pionier der Regionalforschung zur Kultur-, Wirtschafts- und Regionalgeschichte gefunden. Es wird nicht leicht sein, Gerhard Kampfmanns Lebenswerk auf dem hohen Niveau fortzusetzen, das für ihn typisch war.

Ein Verein lebt durch seine Aktiven. Sie dienen der Sache, sie arbeiten für die Zwecke, welche in der Satzung festgelegt und durch Eintragung in das Vereinsregister anerkannt sind.

Die JHCG hat einen großen Teil ihrer Aktiven verloren. Unser Verein hatte das Ziel, die regionale naturwissenschaftliche Forschung zu fördern, und zwar durch eigene Leistungen und Unterstützung von gleichgerichteten Projekten anderer, uns nahestehender Träger. Weiterhin ging es uns bei der JHCG um die Weitergabe des überlieferten und neu erworbenen Naturwissens an die Öffentlichkeit, an alle Altersklassen und alle Personenkreise.

An der Forschungsstation für Mittelgebirge der Senckenbergischen Naturfoschenden Gesellschaft (kurz: „der Lochmühle“) arbeiteten auf diese Weise Amateure und Profis sehr erfolgreich eng zusammen. Entscheidend wichtig waren dabei die Angestellten und Examenskandidaten der Station und ihre Freunde. Sie führten die meisten Veranstaltungen ehrenamtlich durch. Das war eine großzügig gelieferte Leistung. Sie wurde anerkannt. Das zeigten die bei „Jugend forscht“ errungenen Preise und der Zustrom an den „Tagen der Offenen Tür“ in Bieber.
Nach dem Umzug der Station nach Gelnhausen und mit der Ausrichtung der dort laufenden Arbeiten auf andere Ziele sind die Voraussetzungen für den Fortbestand der JHCG nicht mehr gegeben.

Die „Unentwegten“ im Vorstand müssen nun die gesetzlich vorgeschriebenen Schritte für die Vereinsauflösung gehen. Wir bedauern dies, können es aber nicht ändern.

Wir danken allen, die uns in den vergangenen 26 Jahren bei der Vereinstätigkeit und mit ihren Spenden und ihren Beitragszahlungen unterstützt haben.

Unser „überlebender Personalbestand“ schließt sich an den Geschichtsverein Biebergemünd an und beteiligt sich finanziell und mit sonstigen Aktivitäten an der Neugestaltung des Biebergrundmuseum. Darin wird die Natur noch etwas mehr als bisher berücksichtigt werden.

Zur Geschichte unserer JHCG ist zu verweisen auf einen Beitrag in den Jahresberichten der Wetterauischen Gesellschaft für die gesamte Naturkunde zu Hanau 159-161: 55 – 76, 2011.

Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 15.11.2012

Antrag des amtierenden Vorstandes zur Auflösung der Johann Heinrich Cassebeer-Gesellschaft e.V. vom 15.11.2012


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