Arbeitskreise
AK Botanik
(Dipl.-Biol. Klaus Hemm, Dr. Stefan Huck, Dr. Thomas Michl)

Orber Wicke Vicia orobus
Unser Ehrenmitglied Adolf Seibig (1908 – 1990) aus Gelnhausen war ein besonderer Kenner der Gefäßpflanzen des Spessarts und seiner Nachbargebiete. Ab 1940 bis zu seiner Erkrankung 1980 hat dieser Heimatforscher unermüdlich die Artenbestände erfasst und ihr Schicksal im Spessart, teilweise auch der Wetterau, der Rhön und des Vogelsberges, dokumentiert. Das Datenmaterial konnte u.a. für die Diplomarbeiten der Arbeitskreisleiter und für verschiedene Gutachten mit Pflegeempfehlungen genutzt werden. Immer arbeiteten wir zusammen mit dem Forschungsinstitut Senckenberg und verschiedenen Universitäten (Frankfurt a. M., Kaiserslautern, Lüneburg, Würzburg). Auch in die Mitteleuropa-Kartierung ist Seibigs Wissen einbezogen worden. Der “Courier Forschungsinstitut Senckenberg” Band 184 (1995) dokumentiert eindrucksvoll in Form einer Flora die Dynamik in der Biosphäre während einer besonders ereignisreichen Epoche unserer Geschichte (II. Weltkrieg, Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit, Konsolidierungsphase der Bundesrepublik Deutschland). Burkhard Büdel (Frammersbach / Kaiserslautern) und Dieter Mollenhauer (Biebergemünd-Bieber) haben sich den Niederen Pflanzen (Flechten, Algen) gewidmet und Nachwuchskräfte für solche Untersuchungen begeistern können. Die sehr aktive pilzkundliche Arbeitsgemeinschaft konnte allerdings nach dem Weggang von Roman Krettek nicht weitergeführt werden. Eine Zwischenbilanz der Arbeit ist in Regionalökologischen Gutachten über den Spessart von 1999 enthalten.
AK Einheimische Amphibien und Reptilien
(Dipl.-Biol. Marianne Demuth-Birkert, Rudolf Malkmus, Tierarzt Frank Mittenzwei, Annette Sauer, Dr. med. Horst Sauer)

Laubfrosch Hyla arborea
Schon vor der Gründung der JHCG haben R. Malkmus und H. Sauer herpetologisch über den Spessart gearbeitet und auch publiziert; später gesellten sich die übrigen AK-Mitglieder hinzu. Für die Lurche und Kriechtiere sind die in der JHCG (und befreundeten, mit uns kooperierenden Vereinigungen) zusammengeschlossenen Fachleute im Besitz sehr wertvoller Daten aus den jahrzehntelang betriebenen Monitoring-Aktivitäten. Diese ehrenamtlich durchgeführten, langjährig laufenden Programme sind eine Stärke der Naturkundevereine vor Ort. Sie verdienen mehr Anerkennung und Unterstützung. Für Krötenwanderungen oder für die Bestandssituation von Kreuzotter, Ringel- und Schlingnatter kann die JHCG gleichermaßen fundierte Status-quo-Daten wie Empfehlungen für Fördermaßnahmen in abgelieferten Gutachten bieten. Sie haben eine ganz andere Qualität als eilige ad hoc-Maßnahmen, die beim Naturschutzmanagement viel zu oft allein möglich sind. Eine besondere Stärke der JHCG ist die seit langem intensiv betriebene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Mineralogisch-Petrographischer AK
(Begründet von Michael Preuschoff 1952 – 2008)

Azurit aus Altenmittlau
Mineralien-, Gesteinskunde und Erdgeschichte sind klassische Disziplinen der Naturgeschichte im Spessart, wo es früher viele Bergwerke und Hüttenbetriebe gab (Biebergrund, Eichenberg, Kahlgrund, Klingenberg, Laufach, Partenstein, Rottenberg, Westerngrund und anderswo). Außerdem wurde Siedesalz gewonnen (Orb, Soden). Seit dem 18. Jahrhundert waren viele Mineralogen und „Geognosten“ in der Landschaft unterwegs und haben weit über das Schrifttum verstreute Berichte hinterlassen. Die eng miteinander verwobenen Aspekte der Regional-, Wirtschafts-, Kultur- und Naturgeschichte haben den Mineralogen M. Preuschoff fasziniert. Nach seinem Tod ist dieser reizvolle Themenkomplex derzeit ohne Betreuer; aktiv sind die befreundeten Vereinigungen in Aschaffenburg und Hanau.

